Alle Epochen

1933 -1945

Magdeburg unter dem Hakenkreuz

1933 -1945

Die nationalsozialistische Machtübernahme 1933 bedeutet auch für Magdeburg eine tiefe Zäsur. Die demokratischen Strukturen der Weimarer Republik werden beseitigt, politische Gegner verfolgt und gesellschaftliche Organisationen gleichgeschaltet. Aus der einst als „rote Stadt“ bekannten Arbeiter- und Industriestadt wird eine nationalsozialistisch beherrschte Stadt.

Gleichzeitig gewinnt Magdeburg als bedeutender Industrie- und Rüstungsstandort an wirtschaftlicher Bedeutung. Aufrüstung und später Kriegsproduktion prägen zunehmend die Betriebe der Stadt.

Ausgrenzung, Entrechtung und Verfolgung treffen insbesondere die jüdischen Magdeburgerinnen und Magdeburger. In der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 wird auch die Magdeburger Synagoge zerstört. Es folgen weitere Deportationen und schließlich die systematische Ermordung vieler Mitglieder der jüdischen Gemeinde.

Damit endet gewaltsam eine jahrhundertelange Geschichte jüdischen Lebens, das seit dem Mittelalter ein Teil Magdeburgs war.

Jüdisches Leben in Magdeburg

Die Geschichte der jüdischen Gemeinde reicht über viele Jahrhunderte zurück. Sie ist geprägt von Zeiten des Zusammenlebens und gesellschaftlicher Teilhabe, aber auch von Ausgrenzung, Vertreibung und Verfolgung.

Ihre Geschichte gehört zur Geschichte Magdeburgs – ebenso wie die Erinnerung an jene Menschen, die entrechtet, vertrieben und ermordet wurden.

Dr. Otto Josef Schlein (1895 – 1944)

Arzt, Sozialdemokrat und engagierter Helfer der Armen

Dr. Otto Josef Schlein wirkt in Magdeburg als Arzt und setzt sich besonders für sozial benachteiligte Menschen ein. Als Jude und Sozialdemokrat wird er während der nationalsozialistischen Diktatur verfolgt, entrechtet und schließlich deportiert.

1944 wird Otto Schlein im Konzentrationslager Auschwitz ermordet. Heute erinnert sein Name an einen Magdeburger, dessen Leben für soziales Engagement und Menschlichkeit steht – und zugleich an die Opfer nationalsozialistischer Verfolgung.

Spuren jüdischen Lebens entdecken

Die Geschichte der jüdischen Gemeinde Magdeburgs ist bis heute in der Stadt präsent. Das Mahnmal der ehemaligen Synagoge und die Neue Synagoge in der Julius-Bremer-Straße laden dazu ein, sich mit jüdischem Leben, seiner Verfolgung und seiner Gegenwart in Magdeburg auseinanderzusetzen.

1933 -1945

Widerstand gegen die nationalsozialistische Diktatur

Henning von Tresckow und Dr. Otto Josef Schlein – zwei Magdeburger mit sehr unterschiedlichen Lebenswegen. Was sie verbindet, ist ihre Gegnerschaft zum nationalsozialistischen Regime.

Der Arzt und Sozialdemokrat Otto Josef Schlein wird als politischer Gegner und Jude verfolgt, entrechtet und schließlich nach Auschwitz deportiert, wo er 1944 ermordet wird.

Der Offizier Henning von Tresckow entwickelt sich zu einer der zentralen Persönlichkeiten des militärischen Widerstands gegen Hitler und ist an den Vorbereitungen des Umsturzversuchs vom 20. Juli 1944 beteiligt. Nach dessen Scheitern nimmt er sich das Leben.

Unterschiedliche Lebenswege und unterschiedliche Formen des Widerstands – verbunden durch die Entscheidung, die nationalsozialistische Diktatur nicht hinzunehmen.

Henning von Tresckow (1901–1944)

Generalmajor und eine zentrale Persönlichkeit des militärischen Widerstands gegen Hitler

Der in Magdeburg geborene Henning von Tresckow gehört zu den führenden Köpfen des militärischen Widerstands gegen das nationalsozialistische Regime. Bereits vor dem 20. Juli 1944 beteiligt er sich an mehreren Plänen und Versuchen, Hitler zu beseitigen und einen politischen Umsturz herbeizuführen.

Nach dem Scheitern des Attentats vom 20. Juli 1944 nimmt sich Tresckow das Leben.

Erinnerung in Magdeburg

Ein Gedenkort am Magdeburger Nordpark erinnert heute an Henning von Tresckow. Auch die nach ihm benannte Henning-von-Tresckow-Straße hält die Erinnerung an den gebürtigen Magdeburger und seine Rolle im militärischen Widerstand wach.