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1945 -1990

Sozialıstısche Industriestadt in der DDR

1945 -1990

Zerstörung, Wiederaufbau und neues Stadtleben

Als bedeutender Industrie- und Rüstungsstandort wird Magdeburg im Zweiten Weltkrieg zum Ziel schwerer Luftangriffe. Besonders die Bombardierung vom 16. Januar 1945 hinterlässt verheerende Zerstörungen. Große Teile der Innenstadt liegen in Trümmern, zahlreiche Menschen verlieren ihr Leben. Auch die Magdeburger Museen erleiden schwere und teilweise unwiederbringliche Verluste ihrer Sammlungen.

Eine Stadt beginnt neu

Nach Kriegsende gehört Magdeburg zur sowjetischen Besatzungszone und ab 1949 zur DDR. In den 1950er-Jahren beginnt der umfassende Wiederaufbau. Dabei entsteht eine neue, an den städtebaulichen Vorstellungen der DDR und zunächst stark am sowjetischen Vorbild orientierte Innenstadt.

Der Wiederaufbau bedeutet jedoch nicht nur Neubeginn, sondern auch weitere Verluste historischer Bausubstanz. Katharinenkirche, Ulrichskirche, Jakobskirche und Heilig-Geist-Kirche werden in den folgenden Jahrzehnten gesprengt oder abgerissen.

Hochschule, Kultur und neue Impulse

Gleichzeitig entwickelt sich Magdeburg zu einem bedeutenden Wissenschafts- und Hochschulstandort. 1953 wird die Hochschule für Schwermaschinenbau gegründet – ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur heutigen Universitätsstadt.

Auch Kunst und Kultur prägen das Magdeburg der Nachkriegsjahrzehnte. Persönlichkeiten wie Heinrich Apel, Reinhard Lakomy, Jutta Balk, Erich Weinert und Rolf Herricht sind auf unterschiedliche Weise mit der Stadt und ihrem kulturellen Leben verbunden.

Jutta Balk – Ihre Wahl für das „Auge der Geschichte“

Bei der Auswahl der Persönlichkeiten für das „Auge der Geschichte“ fiel das Votum auf Jutta Balk.

Die Künstlerin gehört zu den prägenden Persönlichkeiten der Magdeburger Kulturgeschichte und war Mitbegründerin des Magdeburger Puppentheaters. Damit steht sie zugleich für eine Institution, die weit über die Stadt hinaus Bekanntheit erlangt hat.

1945 -1990

Nach dem Ende der nationalsozialistischen Diktatur entsteht mit der DDR eine neue Diktatur. Am 17. Juni 1953 erreicht der Volksaufstand gegen die SED-Herrschaft die Stadt. Auch in Magdeburg gehen Tausende Menschen auf die Straße und fordern bessere Lebensbedingungen und politische Veränderungen. Der Aufstand wird schließlich gewaltsam niedergeschlagen.

Magdeburg – Stadt des Schwermaschinenbaus

In den folgenden Jahrzehnten prägt vor allem der Schwermaschinenbau die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung Magdeburgs. Große Industriebetriebe beschäftigen Zehntausende Menschen und machen die Stadt zu einem der wichtigsten Industriestandorte der DDR.

Orte der Erinnerung

Bis heute erinnern Orte in Magdeburg an politische Unterdrückung, Widerstand und den langen Weg zur deutschen Einheit.

Die Gedenkstätte Moritzplatz befindet sich in einem ehemaligen Gefängnis, das während der DDR-Zeit auch der politischen Verfolgung diente. Heute dokumentiert sie die Schicksale der Betroffenen und die Mechanismen staatlicher Repression.

Am Domplatz erinnert das „Denkmal Deutsche Einheit“ mit seinem Zeitstrahl an wichtige Stationen der deutschen Teilung und ihrer Überwindung – vom Mauerbau 1961 bis zum Mauerfall 1989 und zur Deutschen Einheit 1990.

Beide Orte laden dazu ein, sich mit Diktatur, Freiheit und Demokratie in der jüngeren Geschichte Magdeburgs auseinanderzusetzen.