Auge der Geschichte zu Magdeburg e.V.

Das Projekt

Geschichte wird sichtbar

Das „Auge der Geschichte zu Magdeburg“ macht mehr als 1.200 Jahre Stadtgeschichte an einem Ort sichtbar und erlebbar. Die Freirauminstallation verdichtet prägende Ereignisse, Epochen und Persönlichkeiten Magdeburgs zu einem außergewöhnlichen Kunstwerk im öffentlichen Raum.

Dabei soll das „Auge“ mehr sein als ein Kunstobjekt: Es wird Treffpunkt, Bildungsort, Besuchermagnet und Wegweiser durch die Geschichte der Stadt – für Gäste ebenso wie für Magdeburgerinnen und Magdeburger.

Ein Ausgangspunkt für Entdeckungen

Das Kunstwerk erzählt Geschichte kompakt und weckt zugleich die Neugier auf mehr. Wer tiefer eintauchen möchte, erhält über QR-Codes und digitale Angebote weiterführende Informationen zu Personen, Ereignissen und historischen Zusammenhängen.

Von dort führt der Weg weiter in die Stadt: zu Museen und historischen Orten, zu Sehenswürdigkeiten, Stadtführungen und thematischen Routen. So wird das „Auge der Geschichte“ zum Ankerpunkt für die Entdeckung Magdeburgs und seiner Geschichte.

Die ausgewählten Epochen

10 Epochen. 10 Gesichter. Eine Geschichte.

Die Installation gliedert Magdeburgs Geschichte in zehn Epochen. Jede Epoche wird durch eine ausgewählte Persönlichkeit repräsentiert.

Adelheid von Burgund

Epoche 805 - 1024

Adelheid von Burgund

931 – 999

Auf einer Steinbank sitzend hält sie das Buch „impeatrix augusta“, “Mutter der Königreiche“, in der Hand dazu eine Schreibfeder. Sie war sehr gebildet und ermutigte Otto I. Lesen und Schreiben zu lernen. Mit der anderen Hand hält sie ein Geldstück hin, als Symbol ihrer Mildtätigkeit und Grund ihrer Heiligsprechung im Jahr 1097.“

Erzbischof Wichmann von Seeburg

Epoche 1024 - 1255

Erzbischof Wichmann von Seeburg

1116 - 1192

Erzbischof Wichmann ist dargestellt als „Vater der ostelbischen Besiedlung“. Mit dem Bischofsstab weist er über den Fluss, dargestellt als Schlängellinie auf der Grundplatte. In der linken Hand hält er ein Kirchenmodell, ein Hinweis auf seine Klostergründungen.

Mechthild von Magdeburg

Epoche 1240 - 1524

Mechthild von Magdeburg

1207 - 1282

Mechthild ist dargestellt als Begine des frühen Mittelalters, zu Gott aufschauend. In der Hand hält sie eine Feder, mit der sie ihr Buch „Das fließende Licht der Gottheit“ schreibt. Sie sorgte mit ihrem Leben ausserhalb von Familie und Kloster für Aufsehen. Als christliche Mystikerin war sie auch Kirchenkritikerin und selbstbewusste Visionärin.

Johann Wigand

Epoche 1524 - 1618

Johann Wigand

1523 - 1587

Johann Wigand wurde 1553 als Pfarrer der Kirche St. Ulrich in Magdeburg berufen. Gemeinsam mit Matthias Flacius arbeitete er an der evangelischen Kirchengeschichts-schreibung, den „Magdeburger Centurien“. Nur in Magdeburg konnten zu jener Zeit protestantische Schriften gedruckt und verbreitet werden. So erhielt Magdeburg den Beinamen „Unseres Herrgotts Kanzlei“. Lutherrose und Schriftsatz in der Hand symbolisieren sein Wirken.

Otto von Guericke

Epoche 1618 - 1680

Otto von Guericke

1606 - 1686

Otto von Guericke übernahm zum Ende des 30-jährigen Krieges das Amt des Bürgermeisters der Stadt. Er war aber auch Diplomat, Erfinder, Naturwissenschaftler und Stadtplaner. Ausdruck dieser vielfältigen Bedeutung sind die Amtskette, eine Vakuumpumpe, ein Buch als wissenschaftlicher Autor sowie ein im Sockelstein eingravierter Stadtplan von 1632.

Derr Alte Dessauer

Epoche 1680 - 1815

Derr Alte Dessauer

1676 - 1747

Leopold I. von Anhalt-Dessau ist dargestellt in preußischer Uniform, mit Säbel und dem entrollten Festungsplan. Als Magdeburger Gouverneur begann er, die Stadt zur stärksten Festung Preußens auszubauen. Neben der Bastion Cleve und anderen Festungsanlagen verdankt die Stadt ihm das heutige Aussehen des Domplatzes, den Breiten Weg und den Fürstenwall als erste bürgerliche Flanierpromenade Deutschlands.

Selma Rudolph

Epoche 1816 - 1918

Selma Rudolph

1853 - 1931

Der Unternehmer Carl Rudolph war Inhaber der ersten Maschinenfabrik und Eisengießerei in MD-Neustadt. Mit seinem Tod 1887 übernahm Selma Rudolph mit 34 Jahren die Geschicke des Unternehmens. Sie engagierte sich zudem aktiv in karitativen Vereinen und in der Altenpflege. 1900 ließ sie eine Villa, das spätere Haus des Handwerks, errichten und stellte es für gemeinnützige Zwecke zur Verfügung. Kleid und Fächer symbolisieren ihre gesellschaftliche Stellung, das Rad ihre unternehmerische Verantwortung.

Bruno Taut

Epoche 1918 - 1933

Bruno Taut

1880 - 1938

Bruno Taut war als Architekt ein Vertreter des neuen, sozialen Bauens. Er war Magdeburger Baustadtrat und fertigte Entwürfe für die „Gartenstadt-Kolonie Reform, erstellte einen General-siedlungsplan für die Stadt, entwarf die Ausstellungshalle „Stadt und Land“ (Hermann-Gieseler-Halle) und rief zum farbigen Bauen auf. Dargestellt durch Zirkel in der Hand und Pinsel in der Brusttasche.

Henning von Tresckow

Epoche 1933 - 1945

Henning von Tresckow

1901 - 1944

Henning von Tresckow begrüßte zunächst die Machtergreifung Hitlers und der NSDAP. Erkannte jedoch bald den wahren Charakter des Naziregimes und schloss sich der Bewegung von Oberst Graf von Stauffenberg an. Seine Entwicklung vom überzeugten Befürworter des Systems, über den Zweifler hin zum Widerstand ist er ein Symbol für die Notwendigkeit einer kritischen Gesellschaft. Die abgesetzte Uniformmütze und die Pistole symbolisieren seine Lebensentscheidung.

Jutta Balk

Epoche 1945 - 1990

Jutta Balk

1902 - 1987

Jutta Balk war Puppenspielerin und Mitbegründerin des Magdeburger Puppentheaters Auf einer Bank sitzend spielt sie durch ein Loch in der Wand ein „Kasperlestück“. Ihr Engagement und das der Magdeburger Bevölkerung verhinderte, dass das Theater nach der Wende geschlossen wurde. Heute ist es eines der letzten Figurenspiel-Theater in Deutschland.