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1524 – 1618

Hochburg der Reformation

1524 – 1618

Luther in Magdeburg: Die Stadt wird evangelisch

Martin Luthers Ideen fallen in Magdeburg auf fruchtbaren Boden. Die Stadt bekennt sich früh zur Reformation und entwickelt sich zu einer Hochburg des Protestantismus. In den folgenden Jahrzehnten verteidigt Magdeburg seinen Glauben und seine religiöse Eigenständigkeit mit großer Entschlossenheit.

Ein Jahrhundert im Zeichen von Reformation, Widerstand und Glaubenskämpfen:

  • Luther in Magdeburg: Seine Predigten und Schriften tragen zur raschen Ausbreitung der Reformation in der Stadt bei.
  • Schmalkaldischer Bund: Magdeburg schließt sich dem Bündnis protestantischer Fürsten und Städte an.
  • 1548: Die Stadt widersetzt sich dem von Kaiser Karl V. verfügten Augsburger Interim und wird zu einem wichtigen Zentrum des protestantischen Widerstands.
  • „Unseres Herrgotts Kanzlei“: Von Magdeburg aus erscheinen zahlreiche Streitschriften zur Verteidigung der Reformation. Der Beiname wird zum Ausdruck der besonderen Rolle der Stadt.
  • 1550/51: Truppen unter Moritz von Sachsen belagern Magdeburg – die Stadt behauptet sich.
  • 1555: Der Augsburger Religionsfrieden erkennt das lutherische Bekenntnis reichsrechtlich an und markiert einen wichtigen Einschnitt in den konfessionellen Auseinandersetzungen.

Magdeburg wird damit weit über seine Stadtgrenzen hinaus zu einem Symbol protestantischer Standhaftigkeit und publizistischer Schlagkraft.

Martin Luther (1483 – 1546)

Er predigte im Juni 1524 in der heutigen Wallonerkirche und der Johanniskirche.
Besuchen Sie das Denkmal Martin Luthers und die Johanniskirche gegenüber dem Rathaus.

1524 – 1618

Magdeburg als Zentrum der Reformation

Um 1550 wirkt der Theologe Matthias Flacius Illyricus in Magdeburg. Von hier aus veröffentlicht er zahlreiche Streitschriften und wendet sich dabei auch gegen die aus seiner Sicht zu kompromissbereite Haltung Philipp Melanchthons in theologischen Fragen.

In Magdeburg entsteht unter seiner maßgeblichen Mitwirkung eines der bedeutendsten Werke protestantischer Geschichtsschreibung: die „Magdeburger Centurien“. Flacius organisiert das umfangreiche Projekt und gehört zu seinen wichtigsten Autoren.

Die Centurien unternehmen erstmals den Versuch, die Geschichte der christlichen Kirche umfassend aus reformatorischer Perspektive darzustellen. Damit wird Magdeburg nicht nur zu einem Zentrum des protestantischen Widerstands, sondern auch zu einem bedeutenden Ort reformatorischer Geschichtsschreibung.

Matthias Flacius (1520 – 1575)

Besuchen Sie die Gedenktafel für Matthias Flacius am Magdeburger Ulrichsplatz bzw. die Nachbildung der Ulrichskirche.